Tagesbericht vom 25.01.2019

Ort: Panama | Autor: Julia K.

Heute morgen trafen wir uns erst um 10 Uhr. Rechnet man die übliche halbe Stunde Verzögerung dazu, die diesmal durch zwei Tassen heißen Tee verursacht wurde, machten wir uns gegen halb elf auf den Weg zum Bus, der uns in die Stadt bringt.

Ein paar von uns wollten in einem veganen Restaurant essen gehen, da gestern schon zwei dort waren und von dem Essen geschwärmt hatten. An der Metro Station angekommen, mussten wir leider feststellen, dass unsere Tickets leer waren. Die Volunteers am Infopoint sagten uns, das wir die Tickets an der nächsten Station austauschen können. Um in die Metro zu kommen brauchten wir jedoch das Ticket. Dort lassen uns die stets freundlichen (naja fast) Mitarbeiter mit ihren Karten durch. Es werden Fotos gemacht. Standard hier. An der nächsten Station können sie uns leider auch nicht helfen, wir dürfen aber trotzdem weiter fahren.

An der Station angekommen machen wir uns auf den Weg zum Restaurant. Obwohl es dort voller war als gestern, bekamen wir fast sofort unser Essen. Es gab extra Pilgermenüs, bestehend aus einem Gericht und einem Becher frischen Obstsaft (Maracuja, Ananas, Papaya, Melone, etc.). An der Theke gibt es verschiedene Sorten Essen, wir durften uns für unseren Bon drei davon aussuchen und bekamen auch noch einen Saft dazu, der übrigens nur einen Dollar kostet. In Deutschland kostet so ein Becher mal schnell vier Euro. Als alle Ihr Essen hatten, setzten wir uns an einen Tisch, sogar die „Fleischesser“ waren zufrieden. Endlich mal Essen, wo Gemüse dabei ist und das auch noch satt macht. Für unser Abendessen können wir uns sogar schon etwas mitnehmen. Frisch gestärkt geht es nur raus in die Hitze und auf den Weg zum Kreuzweg.

Veganes Menü auf braunem Tablett. In der oberen linken Ecke ist ein Becher mit rotem Saft zu sehen, in der unteren linken ein Schälchen mit Sojasauce. Rechts daneben befindet sich ein Teller mit einer viertel Avocado und Gemüse.
Leckeres, veganes Menü

An der Station lässt man uns leider nicht rein. Dafür treffen wir sehr unterhaltsame Amerikaner. Diesmal versuchen wir zu Fuß dorthin zu kommen, es sind theoretisch um die drei Kilometer. Nur unsere beiden, die sich eigentlich schonen sollen, aber unbedingt mitwollen, laden einen Dollar auf das Ticket und fahren mit der Metro. Ein paar Kilometer später kommen wir an dem vereinbarten Treffpunkt an.

Von dort aus wollen wir an dem selben Eingang wie gestern rein, nur haben sie wohl dazugelernt und verwehren uns den Eintritt, da zu viele Menschen dort sind. Als wir erklären, das wir unmöglich den ganzen Weg zurücklaufen können, lassen sie uns doch rein. Die Sicherheitskontrollen sind so wie gestern, alles piepst, wir dürfen trotzdem durch. Die Straße auf dem Gelände ist schon wieder abgesperrt, zu unserem Sektor zu kommen ist eine Herausforderung.

Nachdem wir uns durch die Menschen gebahnt haben finden wir die anderen. Zum Glück haben wir einen Platz im Schatten. Es läuft sehr laute Musik und die Sonne knallt vom Himmel. Das Vorprogramm ist auf Spanisch, viel verstehe ich nicht. Währenddessen vertreibt sich die Gruppe die Zeit mit Pins tauschen oder damit in der Toilettenschlange zu stehen. Es gibt ganze vier (eins mehr als Gesten) Toiletten für Sektor A2. Nach ungefähr 4 Metern vorankommen in 50 Minuten warten, werden sogar sechs weitere Toiletten aufgestellt. Um 17:45 fängt der Kreuzweg an.

Langsam wird es dunkel, aber nicht kalt. Als die Messe vorbei ist machen wir noch ein Foto vor der Skyline von Panama City. Danach machen wir uns auf den Weg zum Bus, immer der Fahne nach. Der Abfluss der Menschen ist auch besser geregelt als gestern, wir kommen gut durch. An der Busstation angekommen haben wir das nächste Problem. Da unsere Karten leer sind, dürfen wir nicht hinein. Mit uns steht noch eine Gruppe aus Mexiko vor den verschlossenen Toren. Nachdem diskutieren nichts bringt fangen sie laut an zu singen (Lasst uns durch). Die Polizisten und Metro Mitarbeiter werden zusehends hektischer und telefonieren rum. Schließlich lassen sie uns doch durch. Müde steigen wir in den Bus (immer der Fahne nach).

Der Bus fährt durch verschiedene Viertel der Stadt, arm und reich leben hier nebeneinander. Unterschiedlicher könnte es nicht sein. Die einen leben freiwillig hinter Gitterstäben, die anderen haben nichts, nur ein Wellblechdach über dem Kopf und vielleicht eine marode Steinwand. Schnell fährt der Bus aus der Stadt raus auf die Autobahn, dort gib es nicht viel zu sehen, außer einmal kurz die Skyline mit den modernen Hochhäusern und Autos, die schneller als der Bus sind. Zuhause angekommen falle ich sofort müde ins Bett, mit der Hitze ist alles gleich doppelt so anstrengend.