Tagesbericht vom 26.01.2019

Ort: Panama | Autor: Nathalia A.

Am 26. bestand eigentlich „nur“ die Herausforderung zu dem Feld zu kommen, wo die Abschlussmesse stattfinden sollte und wir auch die Nacht verbringen wollten. Da wir morgens keine Termine hatten, konnten wir relativ ausgeschlafen um 10 Uhr den Tag starten.

Wir trafen uns, machten eine kurze Besprechung bei der heraus kam, dass wir den Weg in Kleingruppen zurücklegen wollten. Meine Kleingruppe entschied sich, vor dem langen Weg noch zu frühstücken. Dies stellte sich als eine gute Entscheidung heraus, da wir so durch Zufall erfuhren, dass wir unsere Lunchpakete nur bei zwei bestimmten REY Supermärkten bekommen konnten.

das vegetarische Frühstück war akzeptabel, die Infos, die wir dort bekamen Gold wert

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, brachen wir auf, erst mal zum Bus dann weiter zur Metro. Durch Zufall sahen wir eine andere unserer Gruppen im Bus an uns vorbei fahren. Da wir nicht so recht wussten, welcher Weg der Beste bzw. am wenigsten schlechte war, trafen wir uns ein Stückchen weiter mit Eric, Rebekka und ein paar anderen und machten uns, mehr oder weniger gemeinsam, auf den ca 5 km langen Fußweg.

Natürlich waren wir nicht alleine, sondern bewegten uns zwischen der Masse aus Tausenden von Pilgern, die ebenfalls zum Feld wollten. Auf dem Weg gab es immer wieder diese, uns mittlerweile bekannten, Straßenverkäufer die uns, für wahrscheinlich das Vierfache vom eigentlichen Preis, RegenSonnenschirme, Matratzen, Hocker und vieles mehr, was man evtl. für Abend und Nacht gebrauchen könnte, anboten.

Neben den Verkäufern gab es auch viele nette Anwohner, die uns mit Wasserschläuchen eine kleine Abkühlung oder Wasser zum Trinken anboten. Ich persönlich mied das angebotene Trinkwasser, da dieses meist aus der Leitung kam und somit für meinen nicht daran gewöhnten Körper nicht bekömmlich wäre. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke erreichten wir einen, der genannten REYs an dem wir unerwartet schnell nach nur 10 Minuten unsere Lunchpakete erhielten.

Nun stand der zweite Teil der Strecke bevor. Also gingen wir weiter und gingen und gingen … Irgendwann, eine Ewigkeit später, erreichten wir Sektor F3 dann F1, – wir mussten zu Sektor A. Letztendlich mussten wir alleine an allen Sektoren entlang ca. 2,5 km, in der prallen Sonne laufen. Das hört sich nicht nur sehr anstrengend an, sondern war auch sehr schweißtreibend. Die Strecke passierte alle Orte, an denen später die Pilger schlafen würden. Unser Weg führte dabei übrigens auch entlang der Tausenden (das ist nicht übertrieben) DIXI-Toiletten.

Da wir verschieden schnell gingen, hatten wir uns mit einer Gruppe von 6 Leuten abgespalten. Als wir auf Höhe unseres Sektors waren, mussten wir eigentlich nur noch einmal die Straße überqueren und schon wären wir bei den anderen gewesen. Soweit die Theorie … Der Haken an der Sache: der Papst. Warum der jetzt ausgerechnet unser Problem war, lässt sich einfach erklären: Die Straße, die wir überqueren mussten, war auch der extra für ihn abgesperrte Korridor. Nach kurzen Überlegungen ein Stück zurück zu gehen, entschieden wir uns zu warten, bis der Papst vorbei war und die Straße wieder geöffnet wurde. Ob sich das lohnte, weil wir dadurch den Papst an uns vorbei fahren sahen, weiß ich nicht. Jedenfalls entstand dieses Video:

Nachdem die Straße wieder offen war, erreichten wir die anderen, die schon im Sektor waren relativ schnell. Dort bauten wir eine kleine Zeltstadt auf bestehend aus Moskitonetzen und Schutzzelten.

Währenddessen lief bereits die Vigil, welche mit der Dämmerung zu einer Art Konzert überging. Wir setzten uns hin und genossen die großartige Stimmung, welche sich über dem gesamten Platz verbreitet hatte. Mittlerweile war es dunkel und damit ein bisschen kühler geworden, – mit einer leichten Brise sehr angenehm! Daher bot es sich nun an, einen Teil unserer Proviantbeutel zu plündern. Ich legte mich, da der Tag sehr anstrengend war, irgendwann zum Schlafen hin, aber das Festival ging noch bis mindestens 23 Uhr weiter. 😊